Die Geschichte der Matratze

28. Oktober 2009 – 18:21

Wenn man sich abends zur Ruhe auf seine gemütliche Matratze legt, mag man sich vielleicht fragen, wie lange die Menschheit diesen Luxus schon hat. Den einen oder anderen wird es vielleicht überraschen, dass bereits die Menschen in der Antike auf matratzenähnlichen Kissen schliefen. Diese waren mit Heu, Stroh, Schilf oder Schafswolle bzw. Federn gefüllt und ermöglichten einen weichen Schlaf. Die Römer nannten diese Matratzen Culcita bzw. Torus. Bei Ausgrabungen in der verschütteten Stadt Herculaneum fand man im Haus eines ehemaligen Sklaven in einer Kinderwiege eine mit Pflanzenfasern gefüllte Matratze. Dieser Fund belegt, dass die Matratze bereits in allen Schichten der Bevölkerung vertreten war und jeder sich diese weiche Schafunterlage leisten konnte.

Aufgrund der Völkerwanderung und in den damit einhergehenden Wirren ging der Luxus der Matratze verloren. Sie kam erst wieder mit den heimkehrenden Kreuzrittern nach Europa, die die damals als Bodenkissen bekannte „matrah“ aus dem arabischen Raum mitbrachten. Während des Mittelalters verteilte sich die Matratze zunehmend, auch wenn sich die mit Federn oder Wolle gefüllte Variante nur die höchsten adligen Schichten leisten konnten. Die Matratzen, die unseren heutigen schon sehr ähnlich waren, kamen Ende des 19. Jahrhunderts auf und wurden vom Sattler mehrteilig hergestellt. Nach Ende des 2. Weltkrieges begann schließlich die zunehmende Matratzenproduktion mit synthetischen Materialien. Aufgrund dieser Entwicklung gibt es heute ein umfangreiches Angebot der verschiedensten Matratzen aus den unterschiedlichsten synthetischen Materialien.

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